MEV (Minimum Effective Volume)
MEV (Minimum Effective Volume) meint: die kleinste Dosis Training, die unter deinen aktuellen Bedingungen sichtbar etwas verändert. Kein Rezept, sondern ein Rahmen, damit du Volumen im Zusammenspiel aus SRA, Satzqualität und Erholung sauber einordnest. Gerade als hard gainer verhindert das die typische Flucht in „mehr machen“, wenn eigentlich Satzhärte und Regeneration der Engpass sind.
Inhalte dienen der Einordnung und Praxis-Orientierung. Keine individuelle medizinische, ernährungs- oder trainingsbezogene Beratung. Bei Beschwerden, Verletzungen, Vorerkrankungen, Schwangerschaft/Stillzeit oder Medikation: fachärztlich abklären.
Definition und Messkonzept
In der Praxis wird das meist über effektive Arbeitssätze pro Muskelgruppe und Zeitraum (z. B. pro Woche) greifbar gemacht. „Effektiv“ ist nicht magisch, sondern zeigt sich über Trends: Leistung, Wiederholungen, Technikqualität, Umfangsmaße und Regenerationssignale.
- Unterhalb: Reiz zu klein, Fortschritt ist unwahrscheinlich oder sehr langsam.
- Im Bereich: du triffst den Mindestreiz, der Entwicklung ermöglicht.
- Darüber: Ermüdung steigt, der Nutzen hängt stark von Erholung und Programmstruktur ab.
Damit das messbar bleibt, brauchst du eine klare Steuerung der Nähe zum Versagen, z. B. über RIR oder RPE.
Kontext: Warum der Rahmen je nach Setup anders aussieht
- Muskelgruppe: Quads sind nicht Rear Delts. Andere Toleranz, andere „Kosten“.
- Übungsauswahl: saubere ROM und Stabilität schlagen halbe Sätze im Chaos.
- Versagensnähe: gleiche Satzanzahl kann völlig anders wirken, je nachdem wie nah du ran gehst.
- Frequenz: Volumen fühlt sich anders an, wenn es verteilt wird statt gestaut.
- Systemlast: Schlaf, Stress und Alltag (siehe NEAT) sind oft der echte Hebel.
Wenn du Volumen strukturierst, brauchst du den Gegenpol als Bremse: MRV.
Praxis: 7 Regeln, die wirklich funktionieren
- Regel 1: Standardisieren, dann bewerten: Übung, ROM, Tempo, Frequenz 4–8 Wochen stabil halten.
- Regel 2: Qualität vor Menge: „harte“ Sätze zählen nur, wenn Zielmuskel, Technik und ROM passen.
- Regel 3: Satzhärte kalibrieren: arbeite mit klaren Leitplanken für Nähe zum Versagen (RIR/RPE).
- Regel 4: Volumen in kleinen Schritten erhöhen: dann messen, statt Sprünge, die alles verwässern.
- Regel 5: Rahmen ist Startpunkt: bei Stagnation zuerst Erholung und Ausführung prüfen.
- Regel 6: Junk Volume vermeiden: mehr Sätze ohne mehr Reiz sind nur mehr Ermüdung.
- Regel 7: In Zyklen denken: Deloads planen und Timing über SRA strukturieren.
Das große Bild liefert das Trainingsvolumen- und Ermüdungs-System.
Abgrenzung: MEV, MV, MAV, MRV
Denk an vier Zonen: Unterkante, Halten, bester Arbeitsbereich, Obergrenze. Erst zusammen wird daraus ein System, das du steuern kannst.
| Begriff | Worum es geht | Wofür du es nutzt |
|---|---|---|
| MEV | Minimum Effective Volume | Startpunkt, wenn du Fortschritt zuverlässig anstoßen willst. |
| MV | Maintenance Volume | Halten statt aufbauen, z. B. in Stressphasen oder bei Schwerpunktwechsel. |
| MAV | Maximum Adaptive Volume | Oft der Bereich mit bestem Verhältnis aus Reiz und Ermüdung. |
| MRV | Maximum Recoverable Volume | Obergrenze: darüber kippt Erholung, Qualität und Progress. |
Hilfreicher Kontext: SFR und Hypertrophie.
Praxis-Tools: MEV in einen echten Plan übersetzen
MEV ist nur dann hilfreich, wenn es in einer klaren Wochenstruktur lebt: Übungsauswahl, Frequenz, Satzhärte und Progressionsregeln. Diese Tools geben dir genau dieses Gerüst, ohne Ratespiel.
Hardgainer Trainingsplan-Generator
Generiere einen hardgainer-spezifischen Plan, der Split, Frequenz, Volumen-Leitplanken und Satzhärte sauber verbindet.
- Setup & Split: Studio/Homegym, Wochenstruktur und Muskel-Frequenz im System.
- Volumen-Rahmen: Sätze pro Muskel als Startpunkt, dann iterativ über Logbuch & Erholung.
- RIR/RPE-Leitplanken: Satzhärte, damit „Sätze“ wirklich vergleichbar werden.
Sinnvoll, wenn du MEV nicht schätzen willst, sondern als Teil eines Systems planst.
Trainingsplan Vorlagen
Wenn du lieber mit einem festen Template startest: nimm eine fertige Struktur und justiere Volumen über Logbuch, Satzqualität und Erholung.
- Klare Wochenstruktur: Split und Frequenz sind bereits fix, du musst nicht basteln.
- Logbuch-tauglich: Standards bleiben stabil, damit Fortschritt sichtbar wird.
- Weniger Rauschen: Fokus auf Ausführung, Progression und Regeneration statt endloser Varianten.
Ideal, wenn du schnell starten willst und MEV dann über 4–8 Wochen sauber kalibrierst.
Wenn sich Volumen “zufällig” anfühlt, ist es fast immer ein Plan-Problem, kein Willenskraft-Problem.
„Mehr Training = mehr Muskeln.“
Als Faustregel falsch. Wachstum ist Balance aus Stimulus und Erholung. Wenn Volumen steigt, aber Satzqualität sinkt oder Erholung kippt, landet man schnell bei Junk Volume.
Passender Deep-Dive: Hardgainer Myth-Busting – Mythos 2
Studien und Evidenz
Volumen wirkt, aber nur im Zusammenspiel mit Intensität, Nähe zum Versagen und Erholung. Sets sind ein nützliches Praxis-Maß, aber kein Naturgesetz.
- Schoenfeld BJ et al. (2017): Dose-response zwischen Wochenvolumen und Hypertrophie (Meta-Analyse).
- Krieger JW (2010): Single vs. Multiple Sets und Hypertrophie (Meta-Analyse).
- Baz-Valle E et al. (2021): Sets als Volumen-Metrik für Hypertrophie (Systematic Review).
Praktischer Takeaway: Standards setzen, Volumen schrittweise, Satzhärte klar, Erholung als Limit-Schalter.
Das war nicht nur lesen. Das war Commitment.
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Weiterführend
Direkt im System
Steuerung und Alltag
Inhalte sind allgemeine Praxisorientierungen und ersetzen keine individuelle medizinische oder ernährungsfachliche Beratung.